Pfahlbeton
Pfahlbeton ist ein Spezialbeton für die Tiefgründung. Er wird eingesetzt, wenn Lasten durch tragfähige Schichten in tiefere Bodenhorizonte abgetragen werden müssen – etwa bei Bohrpfählen, Schlitzwänden oder Rühlwänden. Pfahlbeton muss unter erschwerten Bedingungen eingebracht werden: durch Kontraktorrohre, oft unter Wasser oder Stützflüssigkeit, in enge Bewehrungskörbe. Entsprechend anspruchsvoll ist die Rezeptur.
Anforderungen an Pfahlbeton
Pfahlbeton muss über eine lange Zeitspanne fliessfähig bleiben, sich ohne Verdichtung selbst entlüften und darf beim Einbringen nicht entmischen. Er muss die Bewehrung vollständig umschliessen und dabei die Stützflüssigkeit verdrängen, ohne sich mit ihr zu vermischen. Diese Kombination erreicht man über einen hohen Mehlkornanteil, eine sehr weiche Konsistenz und ein sorgfältig abgestimmtes Zusatzmittel-Konzept.
| Anforderung | Bedeutung für die Baustelle |
|---|---|
| Sehr weiche bis fliessfähige Konsistenz | Verdichtungsfreies Einbringen durch Kontraktorrohre |
| Langes Verarbeitungsfenster | Sicheres Betonieren auch bei langen Pfählen |
| Hoher Zusammenhalt / geringe Entmischungsneigung | Kein Entmischen beim Fallen durch das Rohr |
| Gutes Selbstentlüftungsverhalten | Dichter Pfahlquerschnitt ohne Kiesnester |
| Gute Umschliessung der Bewehrung | Vollständiger Verbund im Bewehrungskorb |
Einsatzgebiete
- Bohrpfähle und Ortbetonrammpfähle
- Schlitzwände und Dichtwände
- Baugrubensicherung mit Bohrpfahlwänden
- Tiefgründungen bei schlechtem Baugrund
- Fundationen im Grundwasserbereich
Pfahlbeton nach Schweizer Norm: die Betonsorten H bis L
Die Schweiz kennt für Bohrpfähle und Schlitzwände eigene Betonsorten. Während für den Hochbau die Sorten A bis C und für den Tiefbau die Sorten D bis G gelten, sind für Bohrpfahl- und Schlitzwandbetone die Betonsorten H bis L nach SN EN 206:2013+A2:2021 (nationaler Anhang) vorgesehen. Ihre Anwendung ist in der Norm SIA 267 «Geotechnik» geregelt.
Ein wichtiges Detail für die Praxis: Für Bohrpfahl- und Schlitzwandbetone mit einem Grösstkorn von 16 mm gelten dieselben Mindestzementgehalte wie für ein Grösstkorn von 32 mm – der Zementgehalt muss nicht erhöht werden, wenn kleineres Korn verwendet wird.
Baustellenbezogene Rezeptur
Jede Tiefgründung ist anders: Pfahldurchmesser, Bewehrungsdichte, Einbringmethode und Baugrund bestimmen die passende Betonsorte. Wir stimmen die Rezeptur des Pfahlbetons auf Ihre Baustelle ab. Festigkeits- und Expositionsklassen richten sich nach SN EN 206:2013+A2:2021 in Verbindung mit SIA 262 «Betonbau» und SIA 267 «Geotechnik».


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Häufige Fragen zu Pfahlbeton
Was ist Pfahlbeton?
Ein Spezialbeton für die Tiefgründung. Er wird in Bohrpfählen, Schlitzwänden und ähnlichen Bauteilen eingesetzt und muss unter erschwerten Bedingungen eingebracht werden – meist durch Kontraktorrohre, oft unter Wasser oder Stützflüssigkeit.
Welche Betonsorten gelten in der Schweiz für Bohrpfähle?
Die Betonsorten H bis L nach SN EN 206:2013+A2:2021 (nationaler Anhang). Ihre Anwendung ist in der Norm SIA 267 «Geotechnik» geregelt. Für den Hochbau gelten die Sorten A bis C, für den Tiefbau D bis G.
Warum muss Pfahlbeton so fliessfähig sein?
Weil er nicht verdichtet werden kann. Er muss sich allein unter seinem Eigengewicht entlüften, den Bewehrungskorb vollständig umschliessen und die Stützflüssigkeit verdrängen, ohne sich mit ihr zu vermischen.
Was ist ein Kontraktorrohr?
Ein Schüttrohr, durch das der Beton von unten her in die Bohrung eingebracht wird. Es taucht dabei stets in den frischen Beton ein, sodass dieser die Stützflüssigkeit nach oben verdrängt, statt sich mit ihr zu vermischen.
Darf beim Grösstkorn 16 mm weniger Zement verwendet werden?
Nein. Für Bohrpfahl- und Schlitzwandbetone mit Grösstkorn 16 mm gelten dieselben Mindestzementgehalte wie bei Grösstkorn 32 mm.
Wie lange muss Pfahlbeton verarbeitbar bleiben?
So lange, wie das Betonieren des gesamten Pfahls dauert – inklusive Reserven. Das Verarbeitungsfenster wird deshalb baustellenbezogen festgelegt und über Zusatzmittel gesteuert.
Was passiert, wenn sich der Pfahlbeton entmischt?
Es entstehen Kiesnester, Einschlüsse von Stützflüssigkeit und Fehlstellen im Pfahlquerschnitt. Solche Schäden sind nachträglich kaum korrigierbar – deshalb ist die Entmischungsstabilität eine Kernanforderung.
Für welche Bauwerke braucht es Pfahlbeton?
Für Tiefgründungen bei schlechtem Baugrund, Bohrpfahlwände zur Baugrubensicherung, Schlitz- und Dichtwände sowie Fundationen im Grundwasserbereich.
Gibt es Pfahlbeton auch mit Recyclinganteil?
Sprechen Sie uns an – wir prüfen für Ihr Projekt, welche NovoCon®-Variante die geforderten Betonsorten-Anforderungen und Expositionsklassen erfüllt.
Wer legt die Betonsorte für die Pfähle fest?
Der projektierende Bauingenieur, auf Basis des Baugrundgutachtens und der Norm SIA 267.
Pfahlbeton für Ihre Baustelle
Gerne unterbreiten wir Ihnen ein baustellenbezogenes Angebot.
Beratung und Offerten: Urs Hofer, Tel. 078 750 50 08 · info@moecklibeton.ch
Werk Eschenz: +41 52 646 20 10 · Werk Aawangen: +41 52 364 10 02
Liefergebiet: Pfahlbeton liefern wir nach Frauenfeld, Schaffhausen, Winterthur, Weinfelden, Kreuzlingen, Diessenhofen und in den ganzen Kanton Thurgau.
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